Magische Momente mit der Venus





Mond-Geflüster



Mond und die Venus




Tristan kommt ziemlich angespannt von der Schule zurück. Das ständige Maskentragen und das Gerede über Corona nervt ihn ziemlich…
Endlich zuhause angekommen!

Seiner Mutter entgeht nichts, daher fragte sie ihn: „Tristan, willst Du Dich erst ein Weilchen ausruhen?“

Er zögerte einen Moment und sagte: „Ja, mir geht es gerade nicht wirklich gut! Ich würde mich sehr gerne jetzt noch vorm Essen hinlegen und ein bisschen ausruhen.“

„Gut mein Lieber, mach das mal. Das Essen ist ja noch nicht fertig und wenn es länger bei Dir dauert, ist es auch kein Problem, das können wir gerne auch für Dich aufwärmen.“
So zog sich Tristan in sein Zimmer zurück und legte sich angezogen aufs Bett.

Tristan ist 9 Jahre alt und hatte vor Corona sehr viele Freunde. Sie verstanden sich wirklich prächtig, doch irgendwie wurden die Kontakte immer weniger. Er verstand es nicht wirklich.
Noch während er diesen Gedanken hegte, schlief Tristan ein. Es dauerte nicht lange, da begann er zu träumen.
Im Traum erschien ihm die Mondfee. Es war ein zartes Wesen, das ein strahlendes Licht um sich herum hatte, sodass er sie kaum sehen konnte! Hat dieses Wesen wirklich einen Körper?

Er wollte gar nicht länger darüber nachdenken, denn er fühlte sich völlig entspannt und voller Freude sie wieder zu sehen.
„Hmm...“ er spürte sehr deutlich, dass er über etwas nachdenken konnte und das gleichzeitig der Gedanke plötzlich unwichtig ist. Wie das wohl geht, ob das mit diesem Licht zu tun hatte?

In ihm stieg das Gefühl auf, dass sie beide sich schon ganz lange kennen. Das sanfte Streicheln der Mondfee brachte ihn wieder zurück zu seinem Traum und er spürte wie die Mondfee ihm ganz liebevoll einen Kuss auf die Wange hauchte.
Und genau in diesem Augenblick fiel ihm ihr Name wieder ein! „Lillifee.“

„Hallo Tristan, ich freue mich ja so, Dich wiedersehen! Kennst Du mich noch?“
Er ist wie magnetisiert und antwortete auf ihre Frage.
„Ja, Lillifee, wir haben zusammen immer gespielt in anderen, magischen Welten.“

Sie bestätigte mit einem „Ja. Und weißt Du auch noch, dass wir ausgemacht haben, uns immer im geistigen Reiche zu treffen, wenn Du die Nase voll hast von dieser Erden-Welt?“

„Nein,“ antwortete Tristan wahrheitsgetreu, „das wusste ich nicht mehr!
Weißt Du, ich fühle mich so erschöpft. Alles ist so anstrengend, niemand hat wirklich Zeit. Ich komme damit einfach nicht klar, vieles allein tun zu müssen…“

Lillifee fühlte seine Traurigkeit und erinnerte sich daran, dass sie dieses Gefühl gar nicht mehr kennt, seit sie nur noch auf der Venus verweilt.
„Weißt Du Tristan, deswegen bin ich gekommen, da wir eine Abmachung haben und zwar immer, wenn Du nicht mehr weiter weißt, kannst Du zu mir kommen.
Ich helfe Dir, Dich zu entspannen, damit Du wieder auftanken kannst mit Deiner Kraft.“
„Bist Du für mich so etwas wie ein Schutzengel?“
„Ja, das bin ich oder vielleicht einfach Deine Seelenfreundin, das würde mir viel besser gefallen, was meinst Du, Tristan?“

„Ja, natürlich, das gefällt mir auch viel besser, Lillifee.“
„Weißt Du noch Tristan, wie sehr Du Dich darauf gefreut hast, wiedergeboren zu werden?
Du wolltest die schöne Erde kennen lernen! Du hast Dir alles super ausgemalt und ausgedacht. Wir haben es dann auch ausprobiert und nach Seelen gesucht, die Dich auf der Erde begleiten werden und die sich auch daran erinnern, was Du Dir alles so ausgedacht hast, so wie Deine Mutter!“

„Ja!“ Tristan war begeistert und erinnerte sich gerade daran, wie liebevoll seine Mutter ist, sie vieles einfach spürt, obwohl er es gar nicht ausgedrückt hat.
„Meine Mutter ist die beste Mutter, die ich mir vorstellen konnte...“

„Weißt Du das alles noch?“
Tristan, war etwas betrübt: „Nein, Lillifee, alles weiß ich nicht mehr!“
Wieso ist das so?“
„Das ist jetzt nicht wichtig, sich sofort an alles zu erinnern,“ meinte Lillifee. „Denn es kommt zu Dir, wenn es wirklich wichtig wird! Außerdem würde ich unsere Treffen schon vermissen,“ meinte sie weiter. „Denn ich freue mich sehr, wenn wir zusammen sind und Du mir Geschichten über die Erde erzählst…“

„Komm,“ sagte Lillifee, „gehen wir ein Stück.“

Im Traum sieht Tristan, dass er Lillifee folgt und er fühlt, wie vertraut das alles anfühlt ist. So aufgehoben und so geborgen hatte er sich schon lange nicht mehr gefühlt!
Seine Laune stieg wieder an und er folgte ihr.

Völlig losgelöst gingen nun beide schweigend einen Weg, von dem er glaubte ihn zu kennen.
Der Weg schlängelte sich über eine Wiese, mit sehr vielen Blumen und Blüten, Sträuchern und Bäumen...
Es ist, als würde er das alles zum ersten Mal sehen, obwohl er genau weiß, dass das nicht der Fall ist. Er kennt diesen Weg und er ist ihn sicher schon sehr oft gegangen, er fühlte es ganz deutlich.
Tristan blieb immer mal wieder stehen, schloss seine Augen und atmete den Duft der Blüten ein, dabei hörte er, wie die Insekten summten.
Er fühlte sich wie verzaubert und speicherte diesen magischen Moment in seinem Herzen.
Wow… wie er sich jetzt fühlt ist gigantisch. Er hätte jetzt Lust zu singen und zu hüpfen. Etwas in ihm drinnen, fühlt sich völlig frei und entspannt an.

Lillifee lachte und sagte: „Es ist so schön, Dich singend und hüpfend zu sehen!“
Tristan wunderte sich ein wenig, er hatte das doch nur gedacht, oder etwa nicht?

Auch egal, „komm Lillifee lass uns tanzen, das haben wir schon so lange nicht mehr gemacht!“
„Ja,“ sagte sie und sie tanzen zusammen den Weg entlang.
Seine Abenteuerlust ist voll erwacht und er fragte Lillifee, „weißt Du, wo es hier einen See gibt zum Schwimmen? Hast Du auch Lust schwimmen zu gehen?“
Lillifee sagte einfach: „Ja, lass uns schwimmen gehen...“

„Kannst Du Gedanken lesen Lillifee?“ Sie nickte einfach nur, nahm seine Hand und sie liefen nun den Weg entlang zum Wasserfall, der sich schon mit seinem Rauschen ankündigte...

Er genoss es auf der Erde zu sein, oder wo war er eigentlich?
Lillifee antworte ihm jetzt auf seine Frage, die er nicht wirklich ausgesprochen hatte.
„Wir sind auf der Venus, lieber Tristan!“
„Auf der Venus???“ Er spürte, wie er ungläubig seine Augen verdrehte!
„Na, dann sind wir eben auf der Venus, auch gut.“ Er hatte keine Lust darüber nachzudenken, da sie gerade am Wasser angekommen sind.

Sie setzten sich ans Ufer und beobachteten die Wasserspiele, wie einzelne Tropfen in der Sonne glitzerten und wie sich die kleinen Regenbogen in den Wassertropfen spiegelten. Tristan konnte es nicht glauben, dass ihm das auf der Erde nie aufgefallen ist. Da gibt es ebenfalls tolle Wasserfälle und das Spiel mit den Tropfen und der Sonne!

Tristan war so konzentriert, dass er gar nicht bemerkte, das Lillifee aufgestanden ist um nach Beeren Ausschau zu halten. Erst als sie zurückkam und sich wieder zu ihm setzte, merkte er, dass sie gar nicht bei ihm saß.
Lillifee setze sich und bot ihm jetzt frische Beeren an. Himbeeren, Heidelbeeren und Haselnüsse hatte sie gefunden. Gemeinsam verspeisten sie diese Köstlichkeiten…

Es war ganz still und sie verweilten voll und ganz in diesem Moment, der gefüllt war mit ganz viel "Erleben von Freude, Abenteuerlust, Gemeinsamkeiten, Stille und Natur.. und dieser Moment dauert solange an, bis beide genug davon haben!

Wie lange glaubst Du wird Tristan und Lillifee am Wasser sitzen?
hmm.. vielleicht ist er auch schon wieder aufgewacht und sitzt jetzt bei seiner Mutter, die ihm das Essen wärmt?

Nun, es ist egal ,Tristan wird sich sicher an Lillifee erinnern und
dann wird er sich wieder auf eine Traum-Reise zur Venus auf machen, um sich mit seiner Seelenfreundin, zu treffen. Oder was meinst Du?
Hattest Du auch schon mal so einen Traum?


Verfasserin: © 2005-2022 Monika Theuner und NaturGeflüster.